Die «Forschungsstelle Kulturimpuls» versteht sich als Ort, an dem die Entwicklungsbedingungen der Anthroposophie in Vergangenheit und Gegenwart reflektiert werden. Sie erforscht seit 1993 systematisch die Geschichte und Gegenwart der Anthroposophie als Kulturimpuls und bringt sich seither mit den Ergebnissen im Diskurs ein. Im Mittelpunkt der Forschung steht gegenwärtig die Frage nach den Lebensbedingungen des Menschlichen unter dem Vorzeichen einer digital fundierten Lebenswelt.

Ausgangspunkt der Forschungen der 1990er Jahre war die Frage, weshalb die ursprünglich offene und weltorientierte Idee der Anthroposophie im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu Lebensformen anthroposophischer Arbeit geführt hat, die weder in einem angemessenen Verhältnis zu den Erwartungen stehen, die an die Anthroposophie gestellt werden, noch zu den Ansprüchen, die von Anthroposophen gemacht werden.

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Die «Forschungsstelle Kulturimpuls» versteht sich als Ort, an dem die Entwicklungsbedingungen von Menschlichkeit in Vergangenheit und Gegenwart reflektiert werden. Sie erforscht seit 1993 systematisch die Geschichte und Gegenwart der Anthroposophie als Kulturimpuls und bringt sich seither mit den Ergebnissen im Diskurs ein. Im Mittelpunkt der Forschung steht gegenwärtig die Frage nach den Lebensbedingungen des Menschlichen unter dem Vorzeichen einer digital fundierten Lebenswelt.

Ausgangspunkt der Forschungen der 1990er Jahre war die Frage, weshalb die ursprünglich offene und weltorientierte Idee der Anthroposophie im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu Lebensformen anthroposophischer Arbeit geführt hat, die weder in einem angemessenen Verhältnis zu den Erwartungen stehen, die an die Anthroposophie gestellt werden, noch zu den Ansprüchen, die von Anthroposophen gemacht werden.

Der ursprünglich kompendienartige Entwurf einer Geschichte der Anthroposophie im 20. Jahrhundert hat sich seit Beginn der Forschungen vor über 20 Jahren sehr differenziert. Am Anfang stand eine knappe Monographie über die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft, der vielfältige kleinere und grössere Studien folgten.

Meilensteine der Forschung waren die Erstellung einer Chronik-Datenbank der anthroposophischen Bewegung, der Aufbau von Dokumentationen zu Personen und Institutionen und der Erarbeitung von entwicklungsorientierten Forschungsmethoden, die dem Gegenstand entsprechen. Wichtige Publikationen waren u. a. eine Geschichte der Anthroposophie im Nationalsozialismus, eine Geschichte der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und eine Gesamtschau der Geschichte durch Biographien von Menschen, die Anthroposophie im 20. Jahrhundert realisiert haben.

Mit der verstärkt einsetzenden universitären Forschung zur Geschichte der Anthroposophie und einem wachsenden historischen Bewusstsein in der anthroposophischen Bewegung hat sich die Forschungsstelle Kulturimpuls ab 2004 vermehrt gegenwärtigen Problemen gestellt und versucht zu verstehen, wo im Werk Rudolf Steiners und in der Geschichte der Anthroposophie Möglichkeiten und Hemmnisse liegen. Wichtige Ergebnisse brachten die Untersuchung des theosophischen Erbes der Anthroposophie, die Auseinandersetzung mit der neu entstandenen akademischen Esoterikforschung und eine erneute Untersuchung des Werks und Lebens Steiners unter der Frage, welche Motive darin für die Gegenwart produktiv erscheinen.

Die aktuellen Projekte verstehen Anthroposophie vor dem Hintergrund ihres Selbstverständnisses, positive Beiträge zu einer menschlicheren Kultur der jeweiligen Gegenwart zu machen. Im Mittelpunkt der Forschung steht gegenwärtig die Frage nach den Lebensbedingungen des Menschlichen unter dem Vorzeichen einer digital fundierten Lebenswelt, während die Kooperationen und die Lehre Beiträge sind, in dieser Welt auch kulturelle Impulse zu setzen.

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Menschlichkeit der Digitalmoderne

Dieses 2014 begonnene Projekt untersucht mit dem Begriff einer «Digitalmoderne», ob es innerhalb der digital fundierten Lebenswelt eine spezifische Form der Moderne geben kann und welche Lebens- und Bewusstseinsformen diese auszeichnen könnte. Das Projekt versucht so Bedingungen und Perspektiven des Menschlichen in der Gegenwart zu verstehen und zu artikulieren, wo die Ränder, Möglichkeiten und Verluste des Offenen, der Freiheit, des Anderen und der Fähigkeit zur Gastfreundschaft liegen.

Idee und Praxis der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft

Bald 100 Jahre nach ihrer Gründung ist die «Freie Hochschule für Geisteswissenschaft» in vielfacher Hinsicht herausgefordert. Sie steht in einer Tradition, die die Ansprüche, die mit ihrer Gründung verbunden sind, kaum einlösen kann und in einem Erneuerungsversuch, der den gewachsenen zivilisatorischen Fragen, denen sie sich verpflichtet fühlt, nur in Ansätzen beikommt. Das Forschungsprojekt fragt nach den Notwendigkeiten historischer Kontinuität und möglichen Wandlungen unter den Prämissen der heutigen Zeit.

Geisteswissenschaft und Performativität

Dieser Forschungsschwerpunkt fragt nach den Lebensbedingungen anthroposophischer Kultur in der Gegenwart. Diese scheinen zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer weniger von weltanschaulichen Positionen, sondern von der Möglichkeit ästhetischer Performanz abzuhängen. Das Projekt untersucht Ansätze Rudolf Steiners dazu in seinen Schriften (Stil, Komposition, Gedanken-Ästhetik) im Sozialen («Gesellschaft für theosophische Art und Kunst») und in der Kunst («Mysteriendramen», Dichtung), sowie in seiner Biographie.

Rudolf Steiners Beziehungen zu Esoterik und Theosophie vor 1902

Dieses Projekt untersucht die Geschichte der Theosophie im 19. Jahrhundert, insofern sie zum Verständnis der Entwicklung der Anthroposophie beitragen kann. Dazu gehören Steiners Beziehungen zu Theosophen im 19. Jahrhundert, seine Positionierung im damaligen esoterischen Diskurs, sowie eine historische Rekonstruktion der Jahre 1900-1902 im deutschen theosophischen Umfeld bis zu Steiners Wahl als Generalsekretär der deutschen Sektion der Theosophical Society. Die Untersuchung versucht so auch das theosophische Erbe der Anthroposophie zu fassen, das bis in die Gegenwart reicht.

Akademische und anthroposophische Esoterikforschung

Das Projekt untersucht die im Laufe des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts etablierte universitäre Esoterikforschung, ihre Paradigmen und Gegenstände und den Diskurs um ihre methodische Verortung zwischen Religionswissenschaft und Kulturgeschichte sowie mögliche Bezugspunkte zur Anthroposophie. Die entstandenen Buchbeiträge und Artikel zeigen neben neu gewonnenen historischen Perspektiven auf die Geschichte der Anthroposophie auch die Komplementarität akademischer und anthroposophischer Perspektiven auf.

Anthroposophie im 20. Jahrhundert. Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts

Das Projekt versucht eine umfassende Erforschung und Darstellung der Geschichte der Anthroposophie im 20. Jahrhundert durch Biographien. Seit Anfang der 1990er Jahre werden eine systematische Sammlung von Lebensdaten zu heute über 35.000 Personen, eine Quellen- und Werkbibliographie und biographische Portraits erstellt, seit 2003 eine Internetseite mit Recherchefunktion betrieben. 2003 erschien in Zusammenarbeit mit 300 Autoren «Anthroposophie im 20. Jahrhundert. Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts», Herausgegeben von Bodo v. Plato.

Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise im 20. Jahrhundert

Das Forschungsprojekte erarbeitete zwischen 1995 bis 2001 eine Entwicklungsgeschichte der biologisch-dynamischen Landwirtschaft von ihren Anfängen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts und wurde 2001 von H. Herbert Koepf und Bodo v. Plato publiziert.

Entwicklungsgeschichte der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie im 20. Jahrhundert

Das Forschungsprojekt arbeitete zwischen 1998 und 2002 mit finanzieller Unterstützung der Leopold Klinge-Stiftung an einer symptomatischen Gesamtschau zur Entwicklungsgeschichte der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Es wurde später unter der Leitung von Rüdiger Grimm weitergeführt und ist 2013 erschienen. Ausserdem wurde mit der Publikation «Lebensbilder bedeutender Heilpädagogen und Heilpädagoginnen im 20. Jahrhundert» erstmals die Entstehung einer heilpädagogischen Bewegung als Phänomen des 20. Jahrhunderts vorgestellt.

Die anthroposophische Jugend- und Studentenarbeit in den Jahren 1920–1931

Diese Studie untersuchte den Zusammenhang der europäischen Jugend- und Wandervogelbewegung mit der Entstehung und Entwicklung einer organisierten anthroposophischen Jugend- und Studentenarbeit in den 1920er Jahren und wurde von Christiane Haid 2001 veröffentlicht.

Die internationale Entfaltung der Waldorfschulidee und -praxis im 20. Jahrhundert

Die Entfaltung der anthroposophischen Pädagogik wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts in wachsendem Masse durch eine internationale Dimension geprägt. Voraussetzungen, Situationen und Herausforderungen in einzelnen Ländern und Kontinenten werden in dieser Studie untersucht und 2001 in dem Katalog „Waldorf-Pädagogik weltweit“ von Uwe Werner und Bodo v. Plato publiziert.

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