Schmidt, Robin:
Himmel und Hölle des Alltags
Das Goetheanum, Nr. 43 2014

«Im Mittelalter war der Himmel oben und die Hölle unten. Wir lebten auf der Erde irgendwo dazwischen. Seit der kopernikanischen Revolution haben wir angefangen – es ist erst ein Anfangen – zu verstehen, dass wir nicht „unter“ dem Himmel leben. Wir haben angefangen zu verstehen, dass die Erde selbst und somit jeder Ort auf der Erde ein Ort im Universum ist. Wir sind schon im Himmel. Ähnlich ist es mit der Hölle. Die Hölle ist nicht ‹da unten›, und wir kommen dahin, wenn wir uns nicht anständig benehmen. Shakespeare schreibt in „The Tempest“: «Now I know why hell is empty, because the devils are here.» Die Hölle ist leer! Die Teufel sind um uns herum, in uns drinnen, es gibt diesen Ort ‹da unten› nicht. Himmel und Hölle sind seit der Neuzeit ein Ort und dieser Ort ist nicht mehr Jenseits, sondern hier. Umgangssprachlich meinen wir häufig, der Himmel sei das Schöne und die Hölle das Schreckliche. Wenn jedoch der Himmel nicht mehr oben ist, sondern hier, dann können wir ihn als den Ort verstehen, an dem das Gute Leben wird. Das kann überall und jetzt sein. Wir können die Hölle als den Ort verstehen, an dem das Böse bewusst wird. Die Hölle ist nicht der Ort, an dem das Böse ‹gemacht› wird. Was ich im Leben getan habe, wird mir in seinen Konsequenzen für andere bewusst: das ist Hölle.»

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