Scham als Hüter. Schamlose Gesellschaft und Scham als Lebensform
Das Goetheanum, Nr. 33-34, 12. August 2016

Die Scham, wie sie Günter Anders schildert, als permanent und fundamental scheiternder Selbstbezug des Menschen, gibt eine andere Ordnung des Lebens, eine Lebensform, die nicht mehr vom ‹Baum der Erkenntnis› ausgeht, für die die sexuelle Scham der Ausgangspunkt ist. Diese frühere Ordnung der Scham kommt aus dem normativen Wissen um Gut und Böse, sie bringt einen Menschen hervor, der zwar eingewurzelt wird in die Erdverhältnisse, der aber in der Geist-Körper-Trennung lebt, seine Identität durch Abgrenzung gewinnt und sich vor dem Nackten, pornografischen durch die sexuelle Scham rettet.
Aus der Anerkennung des fundamentalen Scheiterns des Selbstbezuges, die zur Erfahrung des ‹Hüters der Schwelle› wird, ergibt sich eine andere Lebensform, eine Lebensform, die auf einem produktiv-empfänglichen Innenleben basiert und eine Identität, die sich durch Teilnahme an der Welt, durch Gastfreundschaft mit dem Anderen, durch Bejahung des Lebens auszeichnet.

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